Politische Forderungen

Die linzpride ist mehr als ein Fest – sie ist eine Demonstration. Und Demonstration haben Forderungen.

LGBTIQA*-Rechte sind Menschenrechte. Doch von vollständiger Gleichstellung und echtem Schutz vor Diskriminierung und Gewalt sind wir in Österreich noch weit entfernt. Solange queere Menschen angegriffen, benachteiligt und unsichtbar gemacht werden, werden wir nicht aufhören, laut zu sein.

Auf dieser Seite findet ihr die politischen Schwerpunkte der linzpride 2026: den Nationalen Aktionsplan gegen Hate Crime, den wir gemeinsam mit Organisationen aus ganz Österreich einfordern – und Levelling Up, die längst überfällige Ausweitung des Diskriminierungsschutzes auf alle Lebensbereiche. Diese Forderungen sind kein abschließender Katalog. Es gibt in vielen Bereichen noch einiges zu tun – und wir behalten uns ausdrücklich vor, weitere Forderungen zu stellen, wo und wann sie notwendig sind.

#NAPjetzt

Rasch umsetzen: Nationaler Aktionsplan gegen Hate Crime (NAP)

Die HOSI Linz und zahlreiche LGBTIQA*-Communityorganisationen aus ganz Österreich fordern die rasche Umsetzung des angekündigten Nationalen Aktionsplans gegen Hate Crime (NAP). Queerfeindliche Übergriffe, wie sie zuletzt mehrfach öffentlich wurden, zeigen, dass politische Maßnahmen überfällig sind.

„Die wiederholenden queerfeindlichen Angriffe keine Einzelfälle. Was wir brauchen, ist ein starker Aktionsplan mit klaren Maßnahmen – nicht symbolisches Zuwarten“, betont Michael Müller, Vereinssprecher der HOSI Linz. Gemeinsam mit 30 Organisationen aus allen Bundesländern hat die LGBTIQA-Community einen umfassenden Forderungskatalog vorgelegt.

Klare Forderungen – jetzt umsetzen!

Die Community fordert die verbindliche Einbindung queerer Organisationen durch einen eigenen Beirat sowie regelmäßige Berichte und Gespräche mit der Politik. Eine unabhängige Anwaltschaft gegen Hassverbrechen und niedrigschwellige, vertrauensvolle Meldestellen innerhalb der Community sollen Betroffenen Sicherheit und Unterstützung bieten – auch jenseits der Schwellenangst gegenüber der Polizei.

Strafrechtliche Lücken müssen geschlossen, Verjährungsfristen verlängert und Verfahren vereinfacht werden. Polizei, Justiz, Bildung und Gesundheitswesen brauchen verpflichtende Schulungen im Umgang mit LGBTIQA*-Personen. Im Bildungsbereich soll sexuelle und geschlechtliche Vielfalt fächerübergreifend behandelt werden, queerfeindliches Mobbing muss ernst genommen werden. Auch im Gesundheitsbereich fordern die Organisationen diskriminierungsfreie Versorgung und freien Zugang zu medizinischer Beratung und Vorsorge.

Nicht zuletzt braucht es die vollständige rechtliche Gleichstellung: ein Verbot nicht notwendiger Operationen an intergeschlechtlichen Kindern, das Ende von Konversionstherapien sowie eine freie, selbstbestimmte Personenstandsänderung ohne diskriminierende Hürden.

Verantwortung auf allen Ebenen – Appell an Oberösterreichs Politik

Viele der geforderten Maßnahmen im Kampf gegen Hassverbrechen betreffen nicht nur den Bund – auch Länder und Gemeinden sind in der Pflicht. Daher richtet die HOSI Linz einen klaren Appell an die oberösterreichische Landesregierung und Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Wir erwarten, dass auch Oberösterreich dieses Forderungspapier ernst nimmt und seinen Beitrag zur Umsetzung leistet – besonders dort, wo es um Schulen, Gesundheitsversorgung, Gewaltschutz oder soziale Betreuung geht.“ So Müller, und fährt fort, „auch das Land Oberösterreich trägt Verantwortung für die Sicherheit und Gleichstellung seiner Bürger*innen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität.“

Kampagne #NAPjetzt: Sichtbar, laut und entschlossen

Der Nationale Aktionsplan darf kein leeres Versprechen bleiben. Er muss queeres Leben schützen, Rechte absichern und Gewalt entschieden entgegentreten.

„Wenn wir Hass und Ausgrenzung wirklich bekämpfen wollen, braucht es mehr als Absichtserklärungen. Es braucht konkrete Schritte – und die müssen jetzt gesetzt werden.

#NAPjetzt“ so Michael Müller abschließend.

#NAP jetzt

LEVELLING UP

UNSERE FORDERUNG AN DIE POLITIK

Unter "Levelling Up" verstehen wir die Angleichung der rechtlichen und sozialen Situation von LGBTIQA*-Personen in der gesamten Europäischen Union an die höchsten Standards, die in einigen Mitgliedsstaaten bereits erreicht wurden. Dies beinhaltet unter anderem die Anerkennung und den Schutz von gleichgeschlechtlichen Partner*innenschaften und Ehen, die rechtliche Anerkennung der Geschlechtsidentität von transidenten und intergeschlechtlichen Personen, die Abschaffung von diskriminierenden Gesetzen und Praktiken, die Bekämpfung von Hassverbrechen und Hassrede sowie die Förderung von Vielfalt und Inklusion in allen Bereichen der Gesellschaft.

Erreicht werden soll das durch eine Anpassung des Antidiskriminierungsgesetzes in Österreich um spezifische Rechte und Schutzmaßnahmen für LGBTIQA*-Personen. Die LGBTIQA*-Community fordert die österreichische Bundesregierung auf, das "Levelling Up" umzusetzen, um Diskriminierung und Benachteiligung von LGBTIQA*-Personen zu verhindern. Die linzpride2023 bietet daher eine Plattform, um diese Forderung zu artikulieren und die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit des "Levelling Up" aufzuklären.

Die LGBTIQA*-Community und ihre Unterstützer*innen werden auf die Straße gehen, um für Gleichberechtigung und Schutz vor Diskriminierung zu demonstrieren. Sie werden ihre Stimme erheben und deutlich machen, dass sie nicht länger bereit sind, Diskriminierung und Hass zu tolerieren.

Wir begrüßen die Initiative der Europäischen Kommission, die im November 2020 die erste LGBTIQA*-Gleichstellungsstrategie 2020-2025 verabschiedet hat, mit dem Ziel, "eine Union aufzubauen, in der Vielfalt als Teil unseres kollektiven Reichtums gefeiert wird, in der alle Menschen ohne Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt sie selbst sein können". Wir fordern die Bundesregierung auf, sich aktiv an der Umsetzung dieser Strategie zu beteiligen und sich für die Rechte von LGBTIQA*-Personen in Europa und weltweit einzusetzen. Die linzpride2023 wird eine starke Botschaft an die Bundesregierung senden und zeigen, dass die LGBTIQA*-Community entschlossen ist, für ihre Rechte und ihre Würde zu kämpfen.

Wir sind stolz auf unsere Identitäten und unsere Gemeinschaft. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und wollen gleichberechtigt und respektvoll behandelt werden. Wir erwarten von unserer Bundesregierung, dass sie unsere Würde und unsere Menschenrechte schützt und fördert. Wir hoffen, dass sie unsere Forderung ernst nimmt und sich für das "Levelling Up" stark macht. 

#SchutzFürAlle

DIE NOTWENDIGKEIT VON LEVELLING UP

BEISPIELE